Carpe diem – wie geht das nochmal?

Jeder Tag hat 24 Stunden. Dennoch fühlt sich jeder davon anders an. Geraten wir in Stress, freuen wir uns über jede Minute, die noch übrig ist. Umgekehrt können die Stunden nicht schnell genug vergehen, wenn die Arbeit getan ist und wir sehnsüchtig auf die Uhr im Büro blicken und den Feierabend herbeisehnen. Denn da haben wir einiges vor: Waschmaschine anschmeißen, Abendessen vorbereiten, die Hausaufgaben der Kids überprüfen, nachfragen, wie es der Mutter nach ihrem Sturz geht, schnell das Zimmer für den Kurztrip am Wochenende buchen und auf dem Stepper noch ein paar Minuten für die Fitness. Abends mit dem Partner die neue Folge der lustigen Familienserie auf Netflix schauen. Langsam kommt die Entspannung. Und das Gähnen. Zeit fürs Bett.

Beherrschen und beherrschen lassen

Trotz all der vielfältigen Aufgaben ergeben sich immer wieder Momente, in denen gerade mal nichts zu tun ist. Doch was machen wir? Schnell mal den Status auf Facebook checken. Oh, bereits 38 neue whatsapp-Nachrichten! Das wiederholte Brummen des Smartphones hatte uns den Tag über schon nervös gemacht. Doch wir wollen uns beherrschen und nicht beherrschen lassen. Tapfer haben wir der Versuchung widerstanden, immer wieder einen Blick aufs Handy zu werfen. 2,1 Stunden nutzt der Deutsche täglich das Smartphone. Ziemlich viele freie Momente, die da über den Tag verteilt zusammenkommen sind. Oder nehmen wir uns zulasten anderer Dinge bewusst Zeit dafür? 2019 stieg die Nutzung audiovisueller Medien erstmals über 9 Stunden täglich. Keine Frage, wer unsere Aufmerksamkeit vor und nach der Arbeit beansprucht!

Wie war das eigentlich vor dem ersten Taschencomputer und den sozialen Netzwerken? Wir haben uns Zeit für ein gutes Buch genommen. Wir haben unserem Hobby gefrönt oder mal spontan einen Spaziergang gemacht. Wir haben den Bau des Vogelhäuschens als handwerkliche Herausforderung gesehen. Im Baumarkt kauften wir das Zubehör, nicht das fertige Produkt. Alles fast vorbei. Nur noch jeder Dritte liest oder geht seinem Hobby nach. Weniger als die Hälfte der Deutschen erlaubt sich, spontan zu sein. Fehlt uns da nicht irgendwas?

Jeder Tag: Geschenkte Zeit

Jeder Tag ist ein Geschenk. Können wir uns noch darüber freuen? In der Bibel rät Gott uns, mit der uns zur Verfügung stehenden Zeit gut umzugehen. Der Apostel Paulus hat das so formuliert: „Darum verliere ich nicht den Mut. Die Lebenskräfte, die ich von Natur aus habe, werden aufgerieben; aber das Leben, das Gott mir schenkt, erneuert sich jeden Tag.“ (2. Korinther 4,16 GNB). Jede Herausforderung, jedes Problem, dem ich mich stellen muss, können nie so schwer sein, dass ich sie nicht bewältigen kann. Gott gibt mir die Kraft und den Mut dazu. Ich darf darauf vertrauen, dass er an meiner Seite steht. Ich bin nie allein.

Wir sollen uns wieder freuen können, trotz aller Aufgaben und Herausforderungen. Wie das gelingt? Höre auf dich, was du in freien Momenten Gutes für dich tun könntest. Verlasse eingetretene Bahnen und wage was Neues oder vielleicht was Altes – etwas, was dir früher Freude bereitet hat. Du darfst genießen!